30.11.2020

XMAS Azubiprojekt 2020 – einen Flaschenverschluss aus Edelstahl für unsere Kunden zu Weihnachten

Herausforderndes AzubiProjekt:

Rändeln, Beschriften und Glätten
auf einem repräsentativen Werkstück

Im TEAM zum Erfolg

Fachliche Kompetenzen aufzubauen und zu festigen, ist ein grundlegender Bestandteil einer fundierten Ausbildung. Bei der Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH geht es noch weiter in die Tiefe: Teamwork, selbstständiges Arbeiten und die Anwendung des Gelernten in der Praxis standen für die fünf Auszubildenden in Aldingen ebenfalls auf dem Plan. An dem gelungenen Resultat dürfen sich die Kunden der Rändelexperten schon bald erfreuen.

Gerade in Hightech-Branchen und sehr spezialisierten Industriezweigen ist gutes Fachwissen unerlässlich. Entsprechend intensiv wird es in der Ausbildung vermittelt. Dass es aber darüber hinaus auf andere wesentliche Eigenschaften ankommt, greift die Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH aus Aldingen auf. „Für uns ist es ebenso wichtig, unseren Auszubildenden selbstständiges Arbeiten, Teamwork und die praktische Anwendung ihres Fachwissens näher zu bringen. Daher bekamen alle unsere Auszubildenden aus den Abteilungen Konstruktion, Produktion, Einkauf und Marketing in diesem Jahr eine Aufgabe, die nur gemeinsam und in stetigem Austausch miteinander zu lösen war! Es ist uns ein besonderes Anliegen, eine Ausbildung mit Mehrwert zu generieren und unsere Azubis frühzeitig in das Themengebiet des Projektmanagements einzuarbeiten“, so Larissa Link, verantwortlich für die Ausbildung bei Hommel+Keller.

Produktmuster: Trotz engem Zeitfenster soll das Ergebnis begeistern

Es galt, ein Produktmuster und damit verbunden das diesjährige Kundenweihnachtsgeschenk mit den Werkzeugen der Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH zu produzieren, ansprechend zu verpacken und Produktionsinformationen sowie eine Weihnachtskarte beizulegen. Auf dem Produktmuster sollten die Metallbearbeitungsmöglichkeiten der Rändel-, Beschriftungs- und Glättewerkzeuge eingesetzt werden. Eine knifflige Aufgabe, bei der obendrein das Zeitfenster für die Planung und Umsetzung mit zwei Monaten eng bemessen war.

Der Anspruch der Auszubildenden zielte darauf ab, ein Werkstück mit Funktion zu entwickeln. Nach einem ersten Brainstorming entstand so die Idee des „Flaschenverschlusses“. Dabei legten die Azubis die Messlatte hoch: Neben optimaler Funktion sollte der Flaschenverschluss auch mit seinem Design und seiner Haptik begeistern. Hinzu kam die zeitliche Limitierung: Innerhalb von zwei Wochen, in denen die Bearbeitungsmaschine für das Azubi-Projekt zur Verfügung stand, musste produziert werden. In dieser Zeit erstellten die Lehrlinge mehrere Prototypen für die Prüfung der Funktionalität, passten die Produktzeichnungen entsprechend an und justierten stets die benötigten Werkzeuge. Dabei wurde immer weiter optimiert, bis das Ergebnis allen gefiel. Und schließlich mussten noch alle 300 Flaschenverschlüsse in dieser Zeit gefertigt werden.

Trotz dieser straffen Planung urteilt Dennis K., Industriekaufmann im dritten Lehrjahr und beim Projekt verantwortlich für den Materialeinkauf: „Ich finde es super, dass wir als Azubis die Gelegenheit bekommen haben, ein eigenes Projekt von der Planung bis zur Fertigung selbst umzusetzen. Das könnten wir ruhig öfter machen.“

Der Erfolg kam via Teamwork

Besonders gut gefallen hat den Auszubildenden die Teamarbeit über alle Abteilungen hinweg. „Bei einem solchen Projekt merkt man, wie wichtig die Zusammenarbeit ist und die eigenen Produkte richtig zu kennen“, so Martina S., die im Juli 2020 ihre Prüfung zur Technischen Produktdesignerin erfolgreich bestanden hat und seit Oktober 2020 Maschinenbau an der Dualen Hochschule studiert. Sie entwarf das Bauteil und fertigte die Werkstückzeichnung an. Auch die übrigen Aufgaben wurden auf die einzelnen Auszubildenden verteilt: Cüneyd S., Industriekaufmann im 2. Lehrjahr, war für das Projektmanagement und Marketing zuständig. Dennis C., Industriemechaniker im 4. Lehrjahr, übernahm die Produktion und Qualitätsprüfung des Flaschenverschlusses, und Atalay T., Industriemechaniker im 2. Lehrjahr, unterstützte ihn dabei. Zudem war Atalay T. für die Reinigung und Endmontage des fertigen Teils zuständig.

Die Idee zu dem Flaschenverschluss kam ebenfalls aus den Reihen der Azubis. Dazu Cüneyd S.: „Die Idee mit dem Flaschenverschluss finde ich super. Wir geben unseren Kunden nicht nur etwas Praktisches an die Hand, sondern zeigen gleichzeitig, was unsere Werkzeuge können.“

Von der Zeichnung zum fertigen Produkt

In 15 Arbeitsschritten, die die Auszubildenden ausführlich dokumentierten, wurde der Flaschenverschluss auf einem CNC-Drehzentrum gefertigt. Dank des 12-Stationen-Revolvers konnten alle nötigen Werkzeuge gleichzeitig in die Maschine aufgenommen werden, um die Arbeitsschritte nacheinander auszuführen. Neben verschiedenen Schneidplatten zum Schruppen für die Grobbearbeitung und Schlichten für das Finishing, Einstech- und Abstechwerkzeugen sowie Schneidplatten zur Fasenherstellung, zählen auch die verschiedenen Werkzeuge der Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH dazu. Denn sowohl die Glätte- als auch die Rändel- und Beschriftungswerkzeuge der Aldinger lassen sich auf allen gängigen Dreh- und Fräsbearbeitungszentren einsetzen und können so problemlos in den Produktionsprozess integriert werden.

Nachdem der Edelstahl in die exakte Form gebracht war, wurde die Oberfläche mit dem zeus Diamant-Glättewerkzeug GW520 geglättet. Nach der Feinjustierung wird so auf dem Flaschenverschluss eine Oberflächengüte von Rz = 0,6 µm erreicht.

In nur einer Sekunde wurde danach auf die geglättete Fläche der Schriftzug „www.hommel-keller.de“ geprägt. Dabei kam das zeus Beschriftungswerkzeug 431 mit Schriftsegmenten zum Einsatz. Das Werkzeug lässt sich dank des rückfedernden Systems flexibel an Werkstücke mit unterschiedlichen Durchmessern und Formen anpassen. Zudem ermöglicht es mittels austauschbarer Segmente kostengünstige Textmodifikationen.

Fingerschmeichler dank perfektem Rändel

Zwei perfekte Rändel verleihen dem Flaschenverschluss zusätzlich eine besondere Haptik. Die Profile wurden mittels Rändelfräsen hergestellt, da mit diesem Verfahren eine sehr hohe Präzision und ausgezeichnete Oberflächengüte möglich sind. Für das Links-Rechtsrändel in 30° mit erhöhten Spitzen (RGE 30°) verwendeten die Auszubildenden das zeus Rändelwerkzeug 241, für das Rändel mit achsparallelen Riefen (RAA) das zeus Rändelwerkzeug 231.

Nach den Qualitätskontrollen – Messung der Oberflächenqualität, Prüfung der vorgegebenen Abmessungen, Sichtkontrollen der Rändelprofile – folgte zum Abschluss der Fertigung noch ein dreistufiger Reinigungsprozess. 

Ein Projekt mit vielen Gewinnern

Der zirka 7 cm große Verschluss wiegt ungefähr 150 g und wurde aus Edelstahl gefertigt – perfekt für den Einsatz im Lebensmittelbereich. Alle Azubis sind sich einig, dass das Ergebnis ein echter Hingucker ist und praktisch obendrein. Dennis C. bringt es auf den Punkt: „Auf einer Skala von 1 bis 10 eine klare 10!“ Der fertige Flaschenverschluss begeisterte aber nicht nur die Auszubildenden – auch die Unternehmensleitung freut sich sehr darüber, wie gut die Auszubildenden im Team zusammengearbeitet haben. Dazu der Geschäftsführer der Hommel+Keller Präzisionswerkzeuge GmbH, Sigmund Grimm: „Es ist ein Bauteil mit Top-Funktionalität und Haptik entstanden. Besonders gut finde ich, dass der Flaschenverschluss unsere drei Oberflächenbearbeitungsmöglichkeiten – Rändeln, Glätten und Beschriften – vereint. Ich finde, unserem Azubi-Team ist die Umsetzung dieses Projekts hervorragend gelungen. Vielen Dank für die Begeisterung und das Engagement. Entsprechend gerne werden wir in diesem Jahr die Hommel+Keller Weihnachtsgeschenke verteilen.“